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Urcontainer, 2003, Textilbänder, genäht
Wandansicht Container, 2003, Textilbänder, genäht
Container, 2004, Textilbänder, genäht
L-Container, 2004, Textilbänder, genäht |
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Solche Inkohärenz kann auch einzelne Werke bzw.
Werkgruppen kennzeichnen: Reiters sogenannte Container,
aus Stoffbändern genähte Netze an der Wand,
die dem Relief und den vielen Fächern eines
Setzkastens ähneln, werden nicht als solche,
in dem dafür sich anbietenden rechtwinkligen
Format gezeigt, sondern beschreiben nur Teilflächen
einer axonometrischen Würfeldarstellung. Der
kunterbunte Eindruck trügt nicht: Reiter versicherte
mir, die Streifen seien hinsichtlich der Farbe möglichst
zufällig angeordnet. Die einzelnen rechteckigen
Fächer summieren sich zu einem Feld, dessen
Farben materialiter aus ‘Farbzäunen’ rekrutiert,
phänomenal jedoch als Abglanz und Lichthof auf
dem weißen Wandhintergrund manifest wird. Insoweit
werden hier konstruktiv-konkrete Ansätze weitergeführt:
sowohl hinsichtlich der Bemühung um Quantifizierbarkeit
von Farb- und Lichtsensationen, als auch der betonten
Sinnlichkeit, der Freude an der Vielheit schillernder
Parzellen, die entfernt an Piero Dorazio erinnert.
All dies, oder jedenfalls die daran sich heftende
Deutung wird jedoch Makulatur, weil die simpel perspektivische
Raumvortäuschung des Würfelaufrisses die
tatsächliche Relieftiefe und Würfelbildung
der Fächer nachäfft - denen schließlich
die per Titel aufgerufene Assoziation eines Containers
den Rest gibt: Container sind eben keine Gefäße,
sondern sie pochen auf nichts anderes als ‘buchstäbliches
Enthaltensein’. |
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