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137m,
Raumverspannung, 2000, Textilbänder, Drahtseile,
Größe variabel |
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Für
die Installation 137m hat
Reiter den großen Raum der Galerie Martina
Detterer kreuz und quer verspannt; allerdings nicht
mit einzelnen,
sondern jeweils ‘mehrspurig’ in horizontal
gestreiften Bändern. Weder versperren oder erschweren
sie den Raumzutritt, noch verstehen sie sich als
Kommentar auf den White Cube, der ihnen buchstäblich
den Rahmen liefert, noch auf das, was sonst dort
an den Wänden hängt. Eher formieren sie
sich zur gigantischen, begehbaren Buntstiftzeichnung
im Raum, die sich dank der Bewegung des Betrachters
ständig wandelt. Obwohl die jeweilige Lage eines
Bandes im Raum erkannt, notfalls ja auch aus der
Aufhängung erschlossen werden kann, drängen
sich die streng horizontal geschichteten Streifen
mit ihren leuchtenden Farben stets als virtuell bildflächenparallele
Phänomene auf. Begünstigt dies je nach
Betrachterstandort ohnehin schon eine optische Verjüngung
bzw. Zuspitzung, die nicht allein perspektivisch
bedingt ist, so wird dieser Effekt noch verstärkt
oder auf irritierende Weise modifiziert, insofern
einige der Aufspannungen tatsächlich eine leichte
Verwindung aufweisen. Daher entsteht ein Wechselverhältnis
zwischen den Fluchten eines Raumgespinstes und deren
Nivellierung durch Flächenwirkung der Farbe.
Reiter hat dem Versuch widerstanden, die Streifen
wirklich bis zu den Wänden, zur Decke, zum Boden
zu führen und sie statt dessen deutlich vorher
in eine Verspannung aus Stahldraht münden lassen.
Daher geht es weder um jene prinzipielle Fortsetzbarkeit über
die Bildgrenzen (hier: Raumgrenzen) hinaus, die zum
klassischen Vokabular des Hard Edge gehörten,
noch um dessen probate Ironisierung, die man – etwa
mit Blick auf die 70ies-Revival-Attitüde eines
Franz Ackermann – polemisch als Rallye-Streifen-Effekt
bezeichnen könnte. Vielmehr schwebt Reiters ‘Bänderzeichnung’ in
einem Raum, der nicht nur als Stichprobe, als Pars
pro toto, sondern als Rahmen und zugleich Behältnis
in Erscheinung tritt . |
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