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16/05: 28.07 - 10.08.

Bildbaustellen
"re-arranging" von Jutta Schmidt in der Schmidt-Galerie
Die erste Spur führt weit zurück. Jutta Scheiners
Bilder auf Brocken und Platten aus Styropor erinnern an
die herausgebrochenen Fresken aus den Häusern von
Pompeji, die vor einigen Jahren auf der Museumsinsel zu
sehen waren. Denn so, wie die Bilder dort eigentlich nur
herausgelöste Fragmente aus einer bemalten Wand und
gestal eten Architektur waren, wirken auch Scheiners Bildobjekte
in der Schmidt Galerie wie aus einem größeren
Zusammenhang gebrochen. Sie legen es darauf an, weder
abgeschlossen zu erscheinen noch aus einem Guss, sondern
eher wie Bildbaustellen, die nie fertig werden. Ständig
werden schadhafte Stellen geflickt, Neues ergänzt,
Altes übermalt, aber ebenso stetig blättern
Oberflächen, lassen ältere Schichten sehen,
bröckeln die Ränder. Die Motive der Malerei
wirken wie geborgen aus verschiedenen Archiven und Katalogen.
Da gibt es puppenhafte Figuren, Kitschikonen, romantisierende
Zitate der Kunstgeschichte, Models, die vergangene Moden
vorführen. Auch die Farben und abstrakten Flächen
stammen aus historisch und sozial verschiedenen Paletten.
Es gibt die Farben mittelalterlicher Fresken, die Muster
von bedruckten Stoffen, die Nachahmung einer gekachelten
Wand. So führt die junge Malerin Jutta Scheiner ein
ausdrückliches Spiel mit Vorgefundenem auf, das in
der Begegnung skurril wirkt und manchmal zu etwas Neuem
wird.
Katrin Bettina Müller
re-arranging
Schmidt-Galerie, Max-Beer-Straße 13, Mitte
Di-Fr 13-19 Uhr, Sa 11-17 Uhr, bis 27.8.2005
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